An einem glühend heißen Sommertag am 08. August 2020 entstand meine Seife „Badespaß“ – meine dreißigste Kreation und bis heute eine meiner fröhlichsten Ideen. 🌞🧼 Was damals mit viel Schweiß begann, kannst du heute ganz entspannt nachsieden – garantiert ohne Hitzeschock. In dieser Anleitung zum Seife selber machen zeige ich dir Schritt für Schritt mein bewährtes Badespaß-Rezept für Fortgeschrittene – inklusive wichtiger Sicherheitshinweise, Tipps zu Zitronensäure, Farben und Duft.
Seife selber machen – das Wichtigste auf einen Blick:
• Für Fortgeschrittene geeignet
• Seife sieden mit Zitronensäure, Seidenprotein, Salz & Zucker
• Genaue Sicherheitsregeln für Zitronensäure und NaOH
• Temperaturbereich mit Sheabutter: 28–34 °C
• Reifezeit: ca. 48 Stunden
Hier findest du ein Foto mit allen Utensilien die ich generell zum Seife sieden benötige. Außerdem habe ich es dir noch als Aufzählung zusammengestellt, damit du es dir ausdrucken kannst.
Ich verwende bei diesem Rezept Zitronensäure, Salz und Zucker. Warum und weshalb und was es zu beachten gibt, das findest du hier in meinem Beitrag.
Rezept für meine Seife Badespaß für Fortgeschrittene Siederinnen
- 4% Zitronensäure = 20 g (DM, Rossmann usw.)
- 29% destilliertes Wasser = 145 g (Supermarkt)
- 2 Tel Salz
- 4 Tel Zucker
- Schafwolle – Hier steht, wie du Schafwolle verarbeitest
- 5 g Seidenprotein
- 30% Kokosnussöl 150g
- 30% Reiskeimöl 150g
- 25% Sonnenblumenöl h.o. 125g (Supermarkt – Infos zu h.o. findest du hier)
- 10% Sheabutter 50g
- 5% Rizinusöl 25g
- 12% NaOH 75,79 g (oder Apotheke)
- 12% ÜF
- 3% Duft 15g aufgeteilt in: Blütenbouquet 15 g und BB-Booster 15 g (Blütenbouquet hat Behawe nicht mehr, aber BB-Booster findest du unter Seifenherstellung, Parfümöle)
- Farbe Türkis (Vita von Waldhoe; gibt es nicht mehr) aber hier bei Behawe, Eulenhof, UMO oder Manske gibt es Seifenfarben in Hülle und Fülle.

Disclaimer
Bitte rechne wie immer alles selber in Kathrins Seifenrechner nach und wiege genau ab. NaOH ist ein Ätznatron und deshalb braucht es besondere Vor- und Umsicht. 😅 Und dieses Mal bitte auch die Zitronensäure in den Seifenrechner eingeben. Und unbedingt aufpassen, dass alles erst abgekühlt ist, bis die zwei Hitzköpfe brodelnd und blubbernd im Eimer aufeinandertreffen! Ich selbst erledige den Vorgang mit der Zitronensäure, Salz und Zucker inzwischen bereits einen Tag vorher, dann muss ich nicht so lange Wartezeiten in Kauf nehmen. 😅
Nicht vergessen, Salz und Zucker müssen ebenfalls gelöst sein, denn sonst hat man keine Übersicht, was nun eventuell nicht aufgelöstes NaOH ist (diese Seife darf dann nicht hergenommen werden!!) oder ob es sich um harmlose Zucker- / Salzkristalle handelt. Und Salz und Zucker lösen sich später auch nicht mehr (das hat mit einer chemischen Reaktion zu tun). Sie müssen sich also aus mehreren Gründen vor Zugabe von NaOH aufgelöst haben.
Falls du gegen einen der Stoffe allergisch bist, der in meiner Seife verwendet wurde, dann prüfe bitte, durch was du ihn ersetzen könntest.
Immer das NaOH ganz sachte in das destillierte Wasser rieseln lassen, NIEMALS umgekehrt, da es sonst wie eine Geysir in die Höhe schießen würde.
Immer die Lauge ganz langsam zu den Ölen/Fetten gießen, NIEMALS umgekehrt, da es sonst in die Höhe schießt und das hätte verheerende Folgen.
- Destilliertes Wasser abwiegen und in den Laugen stabilen Eimer schütten.
- Laugen stabilen Eimer ins Waschbecken stellen (er darf nicht kippen!).
- Zitronensäure abwiegen.
- Zitronensäure ganz sachte in das destillierte Wasser rieseln lassen (hier brodelt es, wenn du zu schnell wirst). Es macht den gleichen Aufstand wie NaOH. (Ich hatte an den heißesten Tagen gesiedet und nicht nur die Temperatur war über 30 Grad, mir selbst war gefühlt 40 Grad heiß!) 😅
- Wenn sich die Zitronensäure aufgelöst hat, dann und erst dann Zucker und Salz dazugeben. Beides muss sich ebenfalls vollständig aufgelöst haben.
- Ich lasse es im Waschbecken stehen und gebe den Deckel drauf (diesen Eimer hatte ich von einer Bekannten bekommen, als sie mir Obst aus dem Garten spendierte).
- Ich siedete erst am nächsten Tag weiter. Du kannst aber weitermachen, wenn alles abgekühlt ist und sich alle Zusätze aufgelöst haben.

Weiter geht’s am nächsten Tag oder ein paar Stunden später
- Waschbecken mit ca. 3 cm eiskaltem Wasser füllen (dann musst du nicht so lange warten, bis alles etwas runter gekühlt ist).
- Laugen stabilen Eimer ins Waschbecken stellen (er darf auf keinen Fall kippen!).
- Jetzt Schafwolle in den Eimer legen (ich habe genommen, was ich gut zwischen 2 Finger halten konnte).
- NaOH abwiegen.
- Ganz sachte das NaOH ins destillierte Wasser mit der Zitronensäure rieseln lassen (niemals umgekehrt!!). In diesem Fall wollte ich die Schafwolle treffen, damit sie sich auflöst. Jetzt hast du eine Lauge. Wirst du zu schnell, dann brodelt’s und tut’s, als würde sich die Hölle auftun. Also gib Körnchen für Körnchen dazu. Unterbrich, wenn dir vor Schreck ein wenig zu viel ausgekommen ist. Lass‘ es sich erst beruhigen, ehe du weiter machst. (Ich habe das bereits für dich ausprobiert. Nett, gell?!) 🤓
Öle und Fette zugeben
- Kokosnussöl und Sheabutter abwiegen und in einem Topf auf dem Herd schmelzen lassen. Es soll nicht kochen.
- Reiskeim, Sonnenblumenöl h.o. und Rizinusöl abwiegen und alle Öle in ein sehr großes Plastikgefäß geben (ich nehme dazu einen 3-Liter-Messbecher).
- Geschmolzenes Kokosnussöl und Sheabutter zu den Ölen geben (Siedetemperatur sollte 28-34 Grad sein, darunter erstarrt sie und ab 38 Grad wird sie wieder fest).
Lauge und Öle richtig zusammenführen
- Wenn die Lauge und auch die Öle/Butter auf ca. 28/3 0 Grad abgekühlt sind, dann:
- Sieb auf den 3-Liter-Messbecher geben und
- sehr langsam die Lauge ins handwarme Öl laufen lassen (niemals umgekehrt!).
- Sachte zusammenrühren, so viel, dass es homogen ist.
Falls du Farben reingeben möchtest, dann ein wenig von einem der Öle/destilliertem Wasser abzweigen und die Laugen stabile Farbe darin gut dispergieren (durchmischen). Es kommt auf die Farben an, ob sie öl- oder wasserlöslich sind. Den Hinweis findest du beim Hersteller.
Ich habe für mich festgestellt, dass ich Lauge und Öle so zusammenrühre, bis es wie bei Sahne anfängt anzudicken. Ab da rühre ich ein wenig, unterbreche kurz, rühre weiter, unterbreche kurz. Einfach um zu sehen, wie sehr der Seifenleim anzieht. Wie bei Sahne ist der entscheidende Moment wichtig. Wird es Sahne oder hat man Butter?! Ist es das Puddingstadium oder ist es schon zu fest für filigranes Arbeiten?! Habe ich verschiedene Farben, rühre ich immer ganz zum Schluss vorsichtig zuerst in der einen und wenn dann die nächste Farbe benötigt wird, in der nächsten Farbe den Duft unter. Eben weil es sehr schnell andicken kann.
Farbe, Duft & Seidenprotein richtig einsetzen
- Falls du Duft und / oder Farbe reingeben möchtest dann ist das der richtige Zeitpunkt. Im Video, das ich unten verlinkt habe siehst du u.a., wie ich die Farbe unterrühre).
- Bei der beigen und der türkisen Farbe habe ich den Seifenleim in 2 verschiedene Plastik-Literbecher gegeben (von jedem so viel, wie ich in etwa verwenden wollte). Dann habe ich den türkisen Farbton in einen Seifenleim gerührt. Die Farben hatte ich, wie immer vorher, in einem der Öle dispergiert.
- Den Duft gebe ich erst rein, wenn ich den Seifenleim zum Umfüllen in die Form/Förmchen vorbereite. Denn Duft lässt manchmal schneller andicken, als man möchte.
- Auch Seidenprotein gebe ich erst jetzt in die entsprechende Farbe.
- Mit dem Pürierstab alles in kurzen Stößen zusammenrühren.
- Wenn es ein puddingartiges Stadium erreicht hat, kannst du es in deine Formen geben. (Da eine Bekannte gerade anrief, wurde der Seifenleim schon fast zu dick zum Swirlen. Aber du siehst, er wurde dennoch sehr schön).
- Oben auf habe ich die hellblauen Pinguine sachte in den Seifenleim gelegt. (Die Pinguine hatte ich extra mal gesiedet). Wenn ich die Seife, bei der ich u.a. die Pinguine siedet, online stelle, dann verlinke ich hierher (das dauert aber noch).
Seife formen, trocknen & Soda-Asche vermeiden
- Ich habe das Topping mit Isopropanol eingesprüht und habe die Form mit Frischhaltefolie abgedeckt, damit keine Soda-Asche entsteht.
- Seife ca. 48 Stunden fest werden lassen. (Immer diese schreckliche Wartezeiten!) 😅
Oh je, bei dieser Seife hatte ich oben auf Öl
Nicht nur beim Sieden habe ich unendlich bei dieser Hitze geschwitzt. Auch meine Seife tat dies. Drum siehst du auf meinem Beitragsbild auch ein paar winzige Löcher. Einen Teil der fertigen Seife konnte ich nur für mich hernehmen, denn sie war kein Hingucker.
In meinem Fall ist die Seife beim Schneiden nicht gesplittert. Sie war nur generell sehr weich und wurde noch fester. Diese Seife konnte ich also verwenden. Da es mir zum ersten Mal passiert war, war ich aber entsprechend vorsichtig, beim Umgang mit meiner Seife.
Mein Anwaschvideo der Badeschaum-Seife – Kleinblasiger feiner Schaum
Hier zeige ich dir im Video, wie du NaOH dazugibst (bei Zitronensäure funkrioniert es genauso)
Hier zeige ich im Video wie ich meine Himbeer-Seife siede mit Zitronensäure und NaOH
Du bist neugierig aufs Seife sieden, dann passt vielleicht eins der nächsten Themen
Über mich: Ich bin leidenschaftliche Beauty-Bloggerin und liebe nichts mehr als Seife sieden, tüfteln und kreative Beauty-Projekte.
Unter dem Pseudonym Aveleen Avide habe ich vier Bestseller geschrieben, war mehrfach Amazon-Nr.-1 und bin sogar bei Wikipedia mit meinen Büchern und Blogartikeln vertreten.
Auf meinem BeautyGoettinen-Blog nehme ich dir die Angst vor Natriumhydroxid, Seifenpannen und Fachchinesisch – mit leicht verständlichen Anleitungen zum Seifen sieden für Anfänger und Fortgeschrittene. Statt stundenlangem Recherchieren findest du hier alles an einem Ort: von der Wirkung einzelner Öle über Temperaturen bis hin zu wichtigen Abkürzungen. Kurz gesagt: Naturseife selber machen – ohne Stress, aber mit Spaß. 🧼✨










