Zusätze in Seifen

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Zusätze in Seifen: Salz, Zucker, Ghassoul, Vollmilch, Gänseblümchen, Löwenzahn, Gurke, Aloe Vera

In Seifen kann man verschiedene Zusätze verarbeiten und jedes hat seine Berechtigung. Alles ist ein Kann, kein Muss. Jede Seifensiederin hat auch ihre speziellen Vorlieben oder etwas, das sie nicht so mag. Zusätze können Salz, Zucker, Zitronensäure, Essige, Milch, Honig, Obst, Gemüse, Ghassoul, Schokolade, Kaffe, Titandioxid, Pflanzen, Blumen, Micas uvm. sein.

Ich werde nach und nach diese Liste weiterführen. Jetzt fange ich erst einmal mit Salz, Zucker und Zitronensäure an.

Salz in der Seife

2 Teelöffel Salz auf 500 g GFM

Am meisten verwendet liest du von 2 Teelöffel voll auf 500 g GFM (Gesamtfettmenge). Dieses Salz dient dazu, dass die Seife schneller fest wird und juhu! du dich nicht so lange gedulden musst, ehe du die Seife ausformen kannst. (Also sie aus der Form rausnehmen kannst). Außerdem ist Salz per se wunderbar für jede Haut. Wichtig ist, dass das Salz vollständig gelöst sein muss, ehe man NaOH dazugibt! Der Hintergrund dafür ist, dass man sonst nicht wissen würde, ob es „nur“ ein Körnchen Salz ist, das da in der Lauge auftaucht oder ob es ein Körnchen NaOH ist. Wenn es NaOH wäre, könnte man die Seife nicht verwenden. Darum ist dies ein extrem wichtiger Punkt.

Für jeden Teelöffel Salz, den man in die Seife gibt, sollte man um diesen Teelöffel voll das destillierte Wasser erhöhen. Da ich meist aber eh mit 30 % oder 33 % destilliertem Wasser gesiedet hatte, habe ich nie um diese Menge erhöht und ich denke mir sind dadurch keine Seifen misslungen.

Wobei ich Anfang Mai ein Experiment mit gleichen Ölen / Butter in drei Varianten gesiedet hatte. Zwei Seifen siedete ich ohne Salz und ohne Zucker, dafür mit 30 Prozent destilliertem Wasser und in eine der beiden Seifen gab ich pürierten Löwenzahn in die Hälfte des Seifenleims. Wenn ich die Videos geschnitten habe, dann verlinke ich sie hierher. Aber das dauert noch ein wenig, da die Technik nicht so will, wie ich das haben will. Die dritte Seife siedete ich mit Salz und Zucker als Zusatz und dafür nur mit 25 Prozent destilliertem Wasser. Auf das Ergebnis darfst du gespannt sein.

Salz vom Toten Meer und Bittersalz nicht verwenden!

Es kann fast jedes Salz genommen werden, außer Salz vom Toten Meer und auch kein Bittersalz. Wobei ich Seifen zum Kaufen im Internet gefunden habe, die Totes-Meersalz enthalten. Vielleicht schreiben hier auch nur alle, was sie schon irgendwo gelesen haben. Aber erst einmal werde ich hier keine Probe aufs Exempel manchen. Ich will ja, dass meine Seifen gelingen. Experimente kann man später wagen, wenn man alles mal durchprobiert hat, was funktionieren soll. So bin ich eingestellt. Wobei eine Chemikerin wahrscheinlich sagen könnte, warum man kein Totes-Meer-Salz in selbst gesiedeten Seifen verwenden sollte.

Soleseife

Natürlich kannst du Salz aber auch noch als gesättigte Sole in die Seife geben. Alles dazu kannst du bei Maja nachlesen.

Salzseife

Ich habe bisher nur eine normale Salzseife gesiedet.

blendenweiße Salzseife

Salz kann bis zu 300 % bezogen auf die GFM in den fertigen Seifenleim gegeben werden. Das ist der Punkt, wenn die Lauge zu den Ölen gegeben wurde und du es homogen zusammenpüriert hast. Dann hast du den Seifenleim. Jetzt also das Salz dazugeben.

Inzwischen weiß ich, dass Salzseifen kaum schäumen, deshalb gib ruhig einen hohen Prozentsatz Schaumfette dazu; bis zu 80 % ist denkbar. Auch Lanolin ist hier ein Schaumbooster. Anscheinend kann man sogar bis zu 100 % Schaumfette verwenden bei einem 250-prozentigen Salzanteil. Diesen Versuch werde ich sicher noch wagen.

Anfänger sollten am besten Einzelförmchen nehmen, denn Salzseifen werden unglaublich schnell hart. Wenn man mit Salzseifen und mit dem Seifen generell keine großartige Erfahrung hat, dann sollte man keine Blockform dafür hernehmen. Der Grund ist, dass bereits nach einigen Stunden der Seifenblock nicht mehr schneidebar ist, beziehungsweise die Stücke beim Schneiden bröckeln und brechen. Was ja schade wäre. Aber so hat man doch auch einen Grund, mal seine schönen Einzelformen herzunehmen. 💃Salzseifen werden blendend weiß.

Zucker

Zucker sagt man 4 Teelöffel auf 500 g Gesamtfettmenge (GFM). Was soll Zucker in der Seife bewirken? Zucker hat zwei Eigenschaften in der Seife. Als erstes macht sie einen Seifenleim länger fließfähig. Warum braucht man das, fragst du dich? Wenn man aufwändige Muster swirlen möche, dann ist das sehr von Vorteil. Aber Zucker wird noch eine weitere Eigenschaft zugeschrieben. Zucker ist ein Schaumbooster. Und Schaum wollen wir doch bei einer Seife sehen. Ich selbst verwende kein Palmöl, was anscheinend einen wunderbaren Schaum produzieren soll, deshalb gebe ich Zucker immer in meine Seifen.

Zitronensäure

Zitronensäure nehme ich die z.B. von Heitmann. Keine flüssige Zitronensäure, da das wieder anders berechnet werden müsste. Mir ist es zu kompliziert mit flüssiger Zitronensäure, deshalb nehme ich das Pulver.

Warum gebe ich überhaupt Zitronensäure in die Seife? Wir haben hartes Wasser und wenn ich keine Zitronensäurin die Seife gebe, dann habe ich weiße Rückstände im Waschbecken und in der Dusche und schlimmer noch, mit der Zeit können diese Rückstände die Rohre verstopfen. Aber selbst wenn man kein hartes Wasser hat und mit seiner selbst gesiedeten Seife verreist, kann es dort hartes Wasser geben. Dann hinterlasse ich dort keine versifften Waschbecken oder Duschwannen. Dies nennt man auch Kalkseife.

Selbstverständlich könnte ich auch Essig nehmen, aber der wieder anders im Seifenrechner erfasst und berechnet.

Wie viel Zitronensäure nimmt man?

Als Richtungsweiser gilt 2 bis 5 % bezogen auf die GFM. Ich nahm bisher immer 4 Prozent. Manche Siederinnen berichten, dass sich die Seife ab 4 % Zitronensäure rauh anfühlt. Andre sieden nur mit 5 % bei einer Wasserhärte von 3. Als Anfänger solltest du dich aber dennoch noch nicht mit Zitronensäure abgeben. Denn dann musst du gleich zwei überkochende Wesen beherrschen, nämlich Zitronensäure und dann noch NaOH. Und glaub‘ mir, egal wie ambitioniert du bist, ein brodelndes Wesen reicht für die ersten Seifen. Vor allem, wenn die beiden im Eimer aufeinander treffen, dann kann’s da mächtig abgehen! Da ist Wumms im Eimer.

Muss man Zitronensäure im Seifenrechner erfassen?

Es ist wichtig, im Seifenrechner die Zitronensäure einzugeben. Bevor ich das lange erkläre, zeige ich es dir anhand des nachfolgenden Fotos. Du siehst darauf, dass man mit Zitronensäure gleich wesentlich mehr NaOH benötigt. Als Beispiel zur Berechnung habe ich es mit meinem Landscape-Seifen-Rezept „Dunkelblaue Nacht“ errechnet, allerdings hier nur mit 8 % ÜF/UL.

Was muss man bei Zitronensäure beachten?

Es gibt noch ein paar Sachen zu beachten, wenn man Zitronensäure beim Seife sieden verwenden möchte. Meist gebe ich am Tag vorher Zitronensäure in das abgewogene destillierte Wasser. Denn dann habe ich schon eine Wartezeit abgekürzt. Denn es muss die Zitronensäure vollständig gelöst sein. Es darf kein einziges Körnchen nicht gelöst im destillierten Wasser sein. Denn wenn es nicht vollständig gelöst ist, dann löst sich – laut anderer Siederinnen – das Salz und der Zucker nicht. Aber selbst wenn dem nicht so wäre, Zitronensäure möchte ich nicht unverseift im Gesicht oder sonstwo auf meine Haut bekommen.

Hinzu kommt, dass du die Zitronensäure nur langsam ins destillierte Wasser rieseln lassen darfst. Es reagiert sonst genauso wie NaOH, es zischt und brodelt und kocht und wenn du Pech hast, schießt es in die Höhe. Also sei dir bewusst, dass du vorsichtig mit der Zitronensäure umgehst. Ich habe z.B. einen verschließbaren Plastikeimer und außerdem einen Ort, an den niemand andrer hingeht und mir aus Versehen die Zitronensäure verschüttet oder sonstwas damit passiert.

Anschließend gebe ich Salz und Zucker dazu und wie schon geschrieben, muss auch das vollständig im destillierten Wasser gelöst sein.

Wenn dann das NaOH dazukommt, dann musst du noch mehr Um- und Vorsicht walten lassen, wie du es sonst tust, denn jetzt treffen zwei heißblütige Giganten aufeinander: Zitronensäure und NaOH. Also langsam und bedächtig arbeiten. Sollte es brodeln, wie aus der Vorhölle, dann lege eine kurze Pause ein und lass‘ dieses Gebrodel zur Ruhe kommen und du atmest auch ein paar Mal tief durch. Ich habe es selbst einmal erlebt, aber weil ich darauf vorbereitet gewesen war (und auch wieder nicht), habe ich erst mal abgewartet, bis alles – auch in mir – wieder ruhig wurde.

Bei meiner Seife mit Swirl und Himbeer-Topping habe ich Zitronensäure verwendet. Auch bei vielen andren Seifen, aber ich habe sie noch nicht online gestellt.

Warum nimmt man Natriumlaktat beim Seife sieden?

Natriumlaktat ist ein Feuchhaltemittel und Säureregulator. Wobei er Seifen fester macht und das Ausformen erleichtert. Sie flutschen dadurch aus der Form. Für was könntest du ihn also einsetzen?

Wenn du eine sogenannte OHP-Seife (Oven-Hot-Process) oder eine Rebatched-Seife (übersetzt: neu gestaltete Seife) machst, dann werden diese normalerweise sehr rustikal, also etwas grob in ihrem Aussehen. Was auch damit zusammenhängt, dass die Seife bereits beim Ausschöpfen aus dem Crockpott oder dem Topf im Wasserbad, hinein in die Form, erstarrt und du sozusagen beim Hart werden zusehen kannst.

Gibst du Natriumlaktat in diese Art Seifen, dann kannst du viel feinere Texturen erreichen und sie können sogar so aussehen, als hättest du eine CP-Seife (also Cold-Process-Seife) gesiedet. Man rechnet 0,5 bis 1 Prozent der Seifenmenge. Übrigens könntest du damit sogar Swirles in einer OHP zaubern, sogar aufwändigere, da der Seifenleim lange genug flüssig bleibt. Aber wie gesagt, funktioniert das nur mit Natriumlaktat.

Titandioxid

Titandioxid in Seifen. Die einen nehmen es, die andren nicht. Über Lebensmittel aufgenommen soll es eventuell erbgutschädigend sein. Und ja, es ist in etlichen Lebensmitteln enthalten. Auch einatmen sollte man Nanopartikel bei Titandioxid nicht. In Seife wird es verarbeitet. Und deshalb scheiden sich hier die Geister. Ich habe es erst ein paar Mal verwendet. So auch in meiner weißen Seife mit Blüten. Dort findest du im Vergleich zwei andre Seifen. Man rechnet einen Teelöffel Tiox (Titandioxid) auf 500 g GFM (Gesamtfettmenge). Nimmt man mehr, soll es eine stoppende Wirkung haben, wenn man die Seife verwendet.

Seidenprotein und Seide

Seidenprotein – wie Samt und Seide. Es macht die Seife hochwertig. Man sagt, 3% auf 500% der GFM. Allerdings bin ich vorsichtig. Denn gleich bei einer meiner ersten Seifen hatte ich Blitzbeton und ich war mir nicht sicher, ob es nicht am Seidenprotein gelegen hatte. Bin mir hier aber auch nicht sicher, da ich – wie gesagt – da noch Anfängerin war. Ich hatte es damals von „Brennessel“ in München. Da andre Seifensiederinnen welches verwenden, muss es also auch welches geben, das keinen Blitzbeton verursacht.

Maulbeerspinner und Eichenseidenspinner

Allerdings möchte ich dir sagen, was es für einen „Tierwohl“-Unterschied für Seide / Seidenprotein gibt. Für Seide vom Maulbeerspinner oder vom Einchenseidenspinner werden die Raupen in kochendes Wasser geworfen. Das sollte man sich also überlegen, inwieweit man es hernimmt.

Ahimsa-Seide, Pease-Silk oder Wildseide genannt

Vom Tussah-Seidenspinner wird gesagt, dass sie kein Tierleid verursacht. Hier wird erst nach dem Schlüpfen der Raupen deren Kokon für die Seide hergenommen. Aber diese Tiere stammen meist von einer Qualzucht. Die Seidenspinner sind nicht überlebensfähig. Sie können nicht fliegen und sterben somit kurz nach dem sie geschlüpft sind.

Eri-Seide oder Friedensseide

Die Eri-Seide könnte somit eine Alternative sein. Die Seidenspinner haben den Kokon verlassen, ehe dieser für die Seidenproduktion verwendet wird. Hier sind aber wiederum Gegenstimmen zu hören, denn in asiatischen Ländern werden die Raupen als Protein-Snacks verzehrt und deshalb von einigen Produktionszweigen doch vorzeitig aus dem Kokon entfernt.

Seidenstoff für die Seife verwenden

In diesem Fall gehst du vor wie bei der Schafwolle. Den Seidenstoff in das destillierte Wasser geben (oder in die Flüssigkeit geben, in der du das NaOH auflösen möchtest) und dann gibst du sehr zügig das NaOH hinzu. Da hier ja mindestens 80 Grad und bei schneller Zugabe auch locker 100 Grad erreicht werden können, löst sich der Seidenstoff/die Seidenfasern auf.

Ich selbst habe bisher nur Seidenprotein verarbeitet, keine Seide. Allerdings gibt es Siederinnen, die darüber bereits berichtet haben.

Schafwolle

Jedes Jahr bringt ein Bekannter meiner Schwester bei ihr Schafe vorbei, damit sie ihren Rasen mähen und auf natürliche Art düngen. 😀 Sie hatte einen Sack voll Wolle vom Schäfer bekommen, wusste aber nichts damit anzufangen. So bekam ich etwa ein Kilo Wolle. Die wusch ich in meiner – damals – Münchner Wohnung ganz sanft, damit möglichst viel Lanolin in der Wolle verblieb. Anschließend habe ich sie getrocknet.

Ich habe jetzt noch den Duft in der Nase, wenn ich das niederschreibe. Ich liebe diesen Duft. Erinnert er mich doch an meine Susi. So hieß mein Schaf, das ich als Kind großzog und das mich wie „Fury“ zum Schulbus brachte, auch wieder abholte und sie war eine fantastische Wettervorhersagerin. Wenn sie beim Spielen mit mir hoch in die Lüfte sprang, dann stand Regen an. 😀

Aber zum Thema Seife … Warum gibt man Schafwolle in Seife? Weil Schafwolle Lanolin enthält und dies das Schaumverhalten erhöht. Natürlich habe ich jetzt kein Kilo in die Seife getan, sondern was lose in meine Hand passte.

So verarbeitest du Schafwolle in der Seife

Wie gehst du hier vor? Die Wolle in das destillierte Wasser geben (oder in die Flüssigkeit geben, in der du das NaOH auflösen möchtest) und dann gibst du sehr zügig das NaOH hinzu. Da hier ja mindestens 80 Grad und bei schneller Zugabe auch locker 100 Grad erreicht werden können, löst sich die Schafwolle auf. Wieviel von der Hand voll Schafwolle Lanolin und wieviel Prozent Wolle sind, kann ich natürlich nicht sagen. Da du sowieso die Lauge durch ein Sieb zu den vorgesehenen Ölen / Buttern gibst, kannst du in diesem Fall mit einem Löffel die Reste der Schafwolle und vom Lanolin durch das Sieb streichen.

Hier findest du alle meine Blogbeiträge.

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